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Mittwoch, 3. September 2014

SALIGIA - Die 7 Todsünden




D I E 7 T O D S Ü N D E N


Jeder Mensch trägt die sieben Todsünden in sich. Oder nicht? Ich behaupte, ja.

Genüsslich im Bett fläzen, eine  XXL Tafelschokolade verschlingen und dabei die 3.Staffel Gossip Girl zum sechsten Mal schauen , während langsam der Neid auf die sportlich trainierten Bodies der Schauspielerinnen hochkriecht. Auf dem Laptop  leuchtet in großen Rotbuchstaben der Super-Sale und ein Klick später ist die 17. Tasche direkt auf dem Weg nach Hause in den eigenen Kleiderschrank. Es mag beängstigend klingen, aber so schnell ist das gesamte Repertoire der Todsünden erfüllt. Was Papst Gregor I. vor fast 2000 Jahren formulierte, gilt heute als eine Art gebräuchliche Liste. Warum? Die Ursprünge dieses modernen Lasterkatalogs liegen in der frühen christlichen Kirche. 
Doch warum sich das Leben schwerer machen als es ohnehin schon ist? Am Ende sind „Die 7 Todsünden“ doch gar keine Sünden, sondern bloß winzige Laster des 21. Jahrhunderts. Punkt! So eine kleine Unzucht macht einen Menschen noch lange nicht verdorben. Es geht um eine Charaktereigenschaft, die das Leben erst so richtig spannend werden lässt.  Auch Philanthrop Martin Luther hat diese  Einschränkungen nicht akzeptiert und deshalb nicht in seine Glaubensbekenntnis aufgenommen. Er war dagegen, den Menschen mit den Todsünden Angst einzujagen und diese als Instrument der Kirche einzusetzen. Warum es in der evangelischen Kirche also keine Todsünden gibt, wusste Herr Luther schon immer am besten. „Wer nicht liebt Wein, Weiber und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang“.
Wie sollte es auch anders sein, werden negative Dinge doch immer den Guten gegenübergestellt. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Die Rede ist von den 7 Haupt-Tu-gen-den. Die sieben Retter in der Not, welche unser Gewissen laut in uns aufschreien lassen: Weisheit. Gerechtigkeit. Tapferkeit. Mäßigung. Glaube. Hoffnung. Liebe. 
Diese zweifelhaft tugendhaften Eigenschaften haben die ehrwürdige Aufgabe, uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen und uns die Basis der Existenz zu geben. Aha! Doch wie soll es anders sein, Ausnahmen bestätigen die Regel und deshalb werden laut Kirche die moralischen Hoffnungsträger erst wirksam, wenn eine der folgenden Regeln nicht eintrifft:

  1. Ein Verstoß gegen die Zehn Gebote; wie zum Beispiel: Glaubensabfall, Ehebruch oder Mord.
  2. Eine Sünde muss aus freiem Willen geschehen sein.
  3. Der Sünder muss die Sünde mit vollem Bewusstsein begangen haben.

Das heißt also, wenn eine XXL Tafel Schokolade ausversehen ohne Absprache zwischen Verstand und Gefühl im Bauch landet, betrifft mich gar keine Schuld?! Beeindruckend.

Kommen wir zur wesentlichen Thematik zurück. Wie viele Todsünden können Sie aufzählen? Augen bitte jetzt schließen!
Und wie viele davon kennen Sie mit ihrem lateinischen Begriff?

Superbia Stolz  Dämon: Luzifer
Avaritia Geiz Dämon: Mammon
Luxuria Wollust Dämon: Leviathan
Ira Zorn Dämon: Satan
Gula Völlerei Dämon: Asmodeus
Invidia Neid Dämon: Beelzebub
Acedia Faulheit Dämon: Belphegor

Im Laufe dieser vielen Jahrhunderte, wurde die Liste dieser Reihenfolge das ein oder andere Mal geändert. Die Erste blieb jedoch immer gleich: Der Stolz!
Werden die Anfangsbuchstaben der lateinischen Begriffe zu einem Wort aneinander gereiht, entsteht SALIGIA. Was das Wort bedeutet? Manchmal ist es wie mit der Kunst, die Interpretation liegt immer im Auge des Betrachters.

In der heutigen, modernen Zeit  gibt es eine neue Liste der 7 Todsünden.

#Umweltverschmutzung (besonders das Einleiten von giftigen  
 Substanzen in die Natur) 
#Drogenhandel und Drogenkonsum 
#Missbrauch von Kindern Prostitution 
#Genmanipulation bei Menschen (bei Tieren hingegen erlaubt) 
#Menschen aus Profitgier in die Armut treiben 
#Geldverschwendung für Luxusartikel

Willkommen in der schönen neuen Welt.

(Abschlussarbeit von Anne-Marie Busch)


Foto: Sascha Eisenträger
Models: Max (Donna Models), Gabriela (MGM), Clara (On Model Management)
Designer/Styling: Marina Beck
Styling/ Hair & Make up: Anne-Marie Bsh

http://anne-marie-bsh.tumblr.com
https://www.facebook.com/annemariebsh

Donnerstag, 10. April 2014

URBAN MADEMOISELLE.


Mode lässt wahr werden, was sonst nur in der Fantasie möglich ist. Zeitreisen. In den Sixties führten sie in eine ideale Zukunft, heute in eine optimistische Vergangenheit.

Die Mode hat den existierenden Charakter von Schönheit am besten verstanden und übernimmt beim ästhetischen Aufbruch in etwas Neues die Führung. Zu dieser Ästhetik gehören Fantasie und die Bereitschaft, sich selber und einem anderen einen Freiraum zu gewähren, in dem er sich entfalten kann. Eine schöne Gesellschaft, zu ihr gehört, wie Schiller es formulierte, sich ungezwungen und doch nach den Regeln eines Tanzes zu bewegen, dem anderen Platz zu machen, ohne selbst den Rhythmus zu verlieren. Denn nur wer sich dem Schönen in all seinen verwirrenden Gestalten öffnet, wird mit dem erhöhten Pulsschlag belohnt, die jeder wahre schöne Augenblick offenbart.

Es geht um Individualität. Dem tristen Dasein zu entfliehen und dem Impuls des
Großstadtdschungels entgegenzutreten. Es geht darum, eine Urban Mademoiselle zu sein. Hinter der idealen Gegenwart des 21.Jahrhunderts verbirgt sich eine starke Persönlichkeit, eine starke Frau - emanzipiert und selbstbewusst.

Doch wer genau ist diese Mademoiselle und durch was wird ihr individueller urbaner Style definiert? Das englische Wort „urban“ hat einen weiten Weg auf sich genommen. In seinem Ursprung steht es für städtisch, weltgewandt, für die Stadt charakteristisch. Die Zukunft des Begriffes hat sich idealisiert. Im Hier und Jetzt steht Urban für ein etabliertes Lifestyle-Produkt. Vielseitig. Bunt. Fresh. Individuell. Junge Menschen tragen in dieser Zeit am liebsten Urban Style. Mit dem Mut zum Anderssein und der Liebe zum Detail.
Jeder darf sich entfalten und tragen, wonach er sich in diesem Augenblick gerade fühlt. Ob sportlich, sexy oder elegant oder gemixte Farben, Stoffe, Größen. Frei nach dem „Mix and Match“ Prinzip ist es Modebegeisterten erlaubt, endlich zu kombinieren, was zuvor geschmacklich ausgeschlossen war. Die schwarze Lederpants zum grauen oversize Sweatshirt vom Freund, dazu die Fellweste im Hippielook und dem 70-er Jahre Rucksack aus dem Second-hand Laden. In der Urban Fashion ist (fast) alles erlaubt. Die einzige Regel, die eine Vorlage gibt: bequem muss es sein. Kein Wunder, denn in der Großstadt wird Bewegungsfreiheit großgeschrieben. Es sind die schlichten komfortablen Attribute mit spannenden Details. Ein langer Plisseerock, das Basic-Shirt von H&M, darunter getragene Chucks vom letzten Festival und die kontroverse auffallende Statementkette, gelten als jene Werkzeuge, die eine Mademoiselle von Welt heute zu Ihrem Eigenen macht.
Richtige Akzente setzen, um im Großstadtgewirr nicht unterzugehen und sich stattdessen ungezwungen mit zubewegen. Großstadt, das bedeutet im gleichen Atemzug sich vom Lifestyle inspirieren zu lassen. Lifestyle wiederum ist ein modisches Synonym für Individualität.
Es ist eine Epoche der Verbundenheit – der Vernetzung. Es kommt zu einem Austausch von Kulturen und Traditionen. Die Zukunft von damals ist heute internationalisiert. Das world wide web und die dazugehörigen Social Media wie Facebook, tumblr oder Instagram sind die Sprachrohre dieser Gesellschaft. Die aktuellen Trends der Straße setzen Mädchen von nebenan – Bloggerinnen, Modebotschafter mit der Mission zu inspirieren. Mädels wie du und ich, angespornt von der New Yorker Fashionweek und der Pariser Modewelt. Du bewunderst den Stil von Cara Delevingne? Folge ihr einfach auf Instagram.
Urban Mademoiselle steht für eine Figur des 21. Jahrhunderts. Selbstbewusst, weltoffen und respektvoll. Das französische Wort, ein Zusammenspiel aus Eleganz, Stil und Temperament. Eigenschaften einer Frau, die ihren Weg klar vor Augen hat, den Spaß am Leben dennoch nie vergisst. Es geht um emanzipierte Frauen, ihretwegen blicken unsere Kindes Kinder auch in 100 Jahren wieder in eine optimistische hippe Vergangenheit zurück.









Foto: Melanie Hammer
Model: Michelle Miller
Make up and Hair/ Styling: Anne-Marie Bsh
https://www.facebook.com/annemariebsh





Montag, 10. Februar 2014

SIE HABEN POST. Aus SKANDINAVIEN. Und nein, es ist nicht LYKKE LI.




Sony Music


Neben Lykke Li, Sebastian Lind und Robyn stößt jetzt noch ein skandinavischer Export auf deutsches Gehör. MØ reiht sich ein, in die Erfolgspolonaise ihrer Landsleute und erobert die kleinen und großen Bühnen unseres Landes. Einen musikalischen Vergleich zu bringen, erweist sich als schwierig. Es gibt Stimmen, die meinen, Klang und Stil von der wunderbaren Lykke Li herausgehört haben zu wollen. Der einzigartige Sound der 24- jährigen spricht in all ihren Songs jedoch für sich. Das dänische Mädchen mit dem Pferdeschwanz bewegt sich irgendwo zwischen Indie Pop, Elekro, Hip Hop und Soul. Unkonventionell aber Gut. So lässt es sich getrost entspannt eine Tasse Kaffee trinken während die elektronischen Klänge und der warme R'n'B Gesang im Hintergrund laufen. Tatsächlich wäre es aber auch kein Problem, sich im Rhythmus der Musik durch die Nacht zu bewegen und die Arme zu "XXX88" in Richtung Himmel zu strecken. Stimmlich erinnert der Gesang irgendwie an Kimbra, ist der Wiedererkennungswert von MØ aka. Karen Marie Ørsted aber melodisch definitiv auf ihrer Seite. Vor allem aber sind die Texte kein öder Einheitsbrei. MØ setzt sich mit gesellschaftskritischen Angelegenheiten und Problemen auseinander, die man zunächst nicht erwartet. Es lohnt sich, genauer hinzuhören und sich auf einen gedanklich tiefgehenden Weg mit der Singer-Songwriterin zu begeben. Um es kurz zu machen MØ ist fresh, bunt, anders. Don`t wanna dance? Selber schuld.

Sonntag, 9. Februar 2014

Mit dem Bus gen Leben


Picture by Angelica Blick
38 Tage später und im Grunde genommen beginnt es genau dort, wo es in naiv positiver Erwartung auf etwas Neues geendet hat. Der 1. Januar ist für alle Optimisten und Hoffnungsvollen unter uns ein symbolisches Ritual, jährlich dem Neuanfang gestärkt und motiviert entgegenzureiten. Neu auferlegte Tugenden vom ausgeklügelten Gegenschlag, das zukünftige Tun zu optimieren. Der 1.1. dient als visuelle Inspiration, das Leben beim Schopf zu packen und gründlich zu entrümpeln. In der Praxis bedeutet dies, fortan ins Fitnessstudio zu gehen, diszipliniert zu sein, die Schokolade als Feind zu betrachten, emotionale Unabhängigkeit zu erlangen, mit dem Rauchen aufzuhören, den Liebeskummer Liebeskummer sein zu lassen und endlich die verdammten Scheuklappen aufzusetzen und nach vorn zu blicken. Wenn du gehst, blicke niemals zurück. Es geht darum, alte Laster loszuwerden. In der Schönen neuen Welt. Ab morgen. Wenn diese Schachtel leer ist.

Es mögen oberflächliche, aüßerlich kontroverse Einflüsse sein, welche unsere zarten Geister und Gemüter dazu drängen, endlich dem Idealbild der Gesellschaft zu entsprechen, endlich zu leisten, endlich anders zu sein. Es mag das innere Verlangen sein, einen Ausweg in Richtung Freiheit zu finden, fernab der vorgelebten Hauptstraße. Abseits jeglicher Vernunft. Den Kampf gegen das Fernweh gewinnen oder zu verlieren. Den sich festgebissenenen Mikrokosmos anderer zu sprengen. Die kleine Welt im eigenen Köpfchen neu aufzubauen. Mögen es auch die falschen Gründe sein, der falsche Zeitpunkt, sei es bloß der Drang zum Neujahr, offensichtlich manipuliert vom Unterbewusstsein unserer Epoche. Sei`s drum. Veränderungen sind gut, Langfristige noch besser.

Gerade mal drei Stunden sind vergangen, mein geschmiertes Fahrtproviant macht sich bereits auf den Weg zur Verdauung, die Kekspackung nähert sich dem Ende. Der Busfahrer verabschiedet ein paar Fahrgäste am Nürnberger Hauptbahnhof. Neue Menschen steigen hinzu. Jeder von ihnen hat eine Geschichte zu erzählen, ein eigenes Päckchen zu tragen. Während ich versuche, über meine eigenen Seelenpakete nachzudenken, erkunde ich das kalte Deutschland da draußen und schlafe mit dem Kopf gegen das Fenster gelehnt wieder ein. Busfahren ist wie ein Sprung in die Vergangenheit. Schön war es früher im Kinderwagen zu liegen und in den Schlaf geschaukelt zu werden. Sorgenfrei und voller Lebensmut. Heute ist Schlafen wie eine befreiende Therapie. Um die Sorgen zu vergessen und neuen Mut zu schöpfen. Das Ungewisse ist dort draußen. Ich bin hier drin. Es sind wiederholte drei Stunden vergangen. Nächster Halt München. Endstation Wintersport. Einer meiner großartigen Vorsätze in diesem Jahr. Als bekennender Winterhasser und Kälteablehner ein idealer Zeitpunkt, sich Veränderungen zu stellen. Ein erster Schritt in Richtung neues Spiel neues Glück. 2014 wird zu einem lebendigen russisches Roulette. Öffnet sich eine Tür, so schließt sich vielleicht die Nächste. Fallen, aufstehen, wieder fallen, darauf scheißen, aufstehen. Da steh ich also. Auf Anfängerbrettern, die die Welt bedeuten. Mein "neues" abenteuerliches Leben beginnt mit der Überwindung, sich eine Piste herunterzustürzen. Tolle Idee. Meine Motivation ausgelöst von Panik, Idealen und dem Drang etwas zu finden. Doch was genau? Keine Ahnung. Liebe? Glück? Zufriedenheit? Ready or not, you can`t hide. Sprach Lauryn, verinnerlichte es und wanderte wegen Steuerhinterziehung drei Monate ins Gefängnis.

Verstecken funktioniert nicht. Es bewahrheitet sich im Rückblick vieler großer und kleiner Krisen, in denen ich mir einredete, unter der Bettdecke nicht gefunden zu werden und einfach darauf zu warten bis irgendwann der Endboss kommt. Doch leg dich nicht mit deinem Leben an, es ist geduldig und brutal. Gegönnt sei dir, dir eine Auszeit zu nehmen, dich mit übermäßigem Rotweinkonsum in Selbstmitleid zu stürzen, die Leere in dir mit gestilltem Fernweh zu kompensieren. Zu flüchten. Irgendwann kehren wir zurück. Aus Angst. Heimweh. Mut. Rebellion. Neugier. Intelligenz. Und steigen in einen Bus gen Süden. Was ich an jenem sonnigen Wintertag in Scheffau/ Tirol fand, war die Liebe zu den Bergen, das Glück, nicht den Abhang heruntergestürzt zu sein und die Zufriedenheit darüber, wahrscheinlich als eine von Wenigen nicht in den Bus gekotzt zu haben. 50 Euro Kotzpauschale erschien mir dann doch als rausgeschmissenes Geld. Die Mission Skifahren galt für mich als eine Art symbolischer Start in das neue Jahr. Ein Neuanfang in 2000 Meter Höhe, unabhängig von auferlegten Konventionen und der Präsenz Anderer. Somit zähle ich mich also auch zu jenen, sagen wir, verbalen Arschtrittkindern. Steig ein. Fahr los und dein Leben hat dich wieder.


Samstag, 16. November 2013

BLACK HATS & HAPPY KIDS



Der Countdown läuft. Die Uhr zeigt 8.30 Uhr am Morgen. In der einst gemütlichen Kölner 3-er Wg herrscht munteres Treiben, die Badtür schließt und öffnet sich alle 3 1/2 Minuten. Lunzt man aus der Tür, sieht man Piraten, schwarze Schwäne, weiße Schwäne, das S.W.A.T. Einsatzkommando und Dracula, der sich gerade an der ersten Flasche Wodka zu schaffen macht. Aus der Küche ertönen und das heute definitiv nicht zum letzten Mal die Höhnerbrothers. Kein Zweifel, es ist Karneval.

Willkommen in Köln. 9.10 Uhr. Getränketechnisch völlig unvorbereitet und unwissend, was dieser Tag bringen wird, machen wir uns auf den Weg zum Rewe. Der Anblick auf die Spirituosen lässt prompt das erste Ekelgefühl und die schwerwiegende Entscheidung folgen, welches Gesöff sich schon sehr bald den Weg in den leeren Magen bahnen und Indikator für Gut oder Böse, Frohsinn oder Melancholie, Glückseeligkeit oder Übelkeit sein wird. Augen zu und durch, schließlich schlägt in uns das Herz von waschechten Mühlhaüser Kirmeskindern. Zwei Flaschen Gin, Sekt und ein wenig Tonic auf dem Band  und schon folgt die obligatorische Frage nach dem Ausweis, was uns freudestrahlend den Markt verlassen lässt. Kinder, ihr müsst immer schön cremen, dann klappts auch mit den Falten.

10.40 Uhr. Das Kostüm sitzt, die ersten Flaschen sind geleert. Ich liebe meinen Hut, meine Mädels, Köln. Ziel ist es 11.11 Uhr auf dem Heumarkt zu sein, was selbstversändlich nicht funktioniert, da wir punkt 11.08 Uhr in der Bahn sitzen. Die ersten Schritte als Hippie aka Franka Potente aus Blow  aka schwarze Koksnutte fühlen sich anfangs noch unangenehm an, doch in der Mitte des Geschehens angekommen, machen die Kölner ihrem Ruf alle Ehre. Der Dom steht, der Himmel ist blau, wir sind blau, die Kapelle spielt. Kölle alaaf.

Der nächste Blick auf die Uhr. Mittagszeit, Schunkelzeit. 13.15 Uhr. Der Beginn der Narrenzeit gleicht einer einzigen Kneipentour. Winzige Kaschemmen, in denen das Kölsch in Strömen fließt und das lustrige Volk schon oder wohl eher noch zum Lunch in Feierlaune ist. Es ist ein kostümierter Ameisenhaufen getrieben von Liebeslust. Um nicht zu sagen, an diesen Tagen feiert die Stadt eine einzige Orgie. Wohin das Auge reicht, in jeder Ecke, an jeder Wand, es wird geknutscht bis(s) zum Morgengrauen. Liebe Verliebte, Paare, Frischgetraute; es besteht ein enorm hohes Risiko, lasst ihr eure bessere Hälfte ruhigen Gewissens und voller Vertrauen allein in die Metropole der Vögelei ziehen, danach mit einem gebrochenen Herzchen die Scherben eurer Beziehung aufzusammeln. Chronisches Fremdgehen ist in Köln Volkssport. Denn wenn erstmal der Nubbel brennt, dann hast du die Beziehung verpennt.

Oberste Priorität, wer frühs 9.00 Uhr mit Trinken beginnt, sollte spätestens bei Einbruch der Dunkelheit einen Fast Food Stop einlegen. 16.30 Uhr. Can I have a Big Mac Menu please? There we go. Draußen ist es bereits dunkel, es bleibt die Frage, wo um Himmels Willen die Zeit hingegangen ist, warum wir immer noch trinken und zur Hölle, wo ist das nächste Klo? Die Gruppe bekommt Zuwachs, wir verlassen den Stadteil und pilgern mit anderen partywütigen Überlebenden in Richtung..keine Ahnung wo wir sind. Der Plan war von Anfang an, sich treiben zu lassen. Ohne Rast und ohne Ziel. Olaf Henning wäre stolz auf uns.

Der Tacho sagt 10 vor 7. Zeit, die gefühlte 18. Kneipe aufzusuchen und die mitttlerweile besorgniserregende Abhängigkeit zu stillen, uns mit diesem kleinen tückischen Kölner Gebräu zu begießen. Ab und an ist man verloren in der Masse der Menschen, die einen umzingeln. Es ist Karneval der Klaustrophobie. Doch alles halb so wild, der Alkohol in unseren Adern macht uns glücklich. Wir lechzen nach mehr. Wir wollen endlich tanzen.

21.13 Uhr. Wie sich am nächsten Morgen rausstellen wird, haben wir gefühlte 200 Euro ausgegeben. Nach mehr oder weniger geglückten Tanzeinlagen zum elektronischen Beat der Nacht und ein paar Stunden gewolltes und ungewolltes Speeddating, ist es an der Zeit die Jacke zu schnappen und nach Haus zu gehen. Plötzlich schwirren schon wieder ein paar Fragezeichen vor meinem geistigen Auge. 1. Wo ist zu Hause? 2. Wieso ist niemand mehr da? 3. Und wieso liegt hier eigentlich Stroh? Die Folgen von einem 13 stündigen Rausch werfen ihre Schatten. Es lohnt sich an diesem Punkt des Abends

Sonntag, 6. Oktober 2013

DEAR WIESN DIARY

                                                                                 MUNICH OKTOBERFEST                                                                               


Nach fast drei Wochen Automobilmesse in Frankfurt war es an der Zeit, das Bundesland zu wechseln, südländische Frischluft zu schnappen und über grüne Wiesn zu flanieren. Übersetzt bedeutet dies, es ist wieder einmal Oktoberfest. Zeit, sich in die Dirndl zu schmeißen und sich den angenehmen Dingen des Lebens zu widmen. Wir sind uns einig, Augustiner und Männer in Lederhosen sind zwei davon. Allerdings hätten wir uns in diesem Jahr lieber eine Maß Glühwein bestellt und uns die sonst nur von den Herren getragenen Wadenwärmer ums Bein geschnallt; um nicht zu sagen, es war oarschkalt.
Angekommen in der Metropole der Weißwurst, wo die Menschen scharenweise von Bussen und Zügen ab- und antransportiert werden, um endlich in die traditionelle Tracht zu schlüpfen und das lang ersehnte erste Bier zu genießen, zieht sich ein einziger Strom von Heimatverbundenen und all denen, die es noch werden wollen durch die gesamte Stadt in Richtung Theresienwiese. München gleicht in diesen Tagen einer Pilgerstätte. Hier wird nicht im heiligen Wasser gebadet, sondern sich das heilige Getränk für 9,80 Euro direkt hinter die Binde gekippt. Liebes Wiesntagebuch, ich hadere oft mit den vielen Vorurteilen gegenüber Mädchen, die Bier trinken. In anderen Regionen gilt das Trinken dieses Gebräus für uns "Damen" als gesellschaftlicher Absturz. Auf dem berühmtesten Volksfest der Welt allerdings wird man als Mädchen nicht dafür diskreditiert, sich anstelle eines feinen Cosmopolitan nach alter deutscher Manier ein Bierchen zu gönnen. Hier existiert eine Gleichstellung biertrinkender Geschöpfe.

Also hoch die Gläser. Angestoßen wird immer und mit jedem. Dieses Ritual dient dazu, die typisch  deutsche Zurückhaltung abzulegen und sich dem Nachbarn durch alkoholbedingte Tapferkeit etappenweise anzunähern. Funktioniert immer! Auch unser Oktoberfest in diesem Jahr endete somit wieder wie gewöhnlich in einer bizarren Situation, wie wir es vom unseren dritten Wiesnbesuch nicht anders erwartet hätten. Kurz davor, zum ersten Mal in meinem jungen Leben von einem Mann eine aufs Maul zu bekommen, sind wir vier Mädels alias die "ostdeutschen Solidatitätszuschlagsschmarotzer im Kofferraum" nach diesem kleinen Zwischenfall in die kuschelige Liebeshöhle des ebenfalls genauso unbeliebten Schwabenpärchens aka. die "Spätzlescheißer" geflohen. Dieses Phänomen nennt man dann wohl bayrischen Patriotismus ohne Kompromisse. Da wir vom besagten Herren die Bierkrüge schon fliegen und uns bereits in der Notaufnahme liegen sehen haben, mussten wir den Biergarten leider fluchtartig verlassen und uns auf den Schreck bei unseren neuen schwäbischen Freunden zu Haus die Kante mit Prosecco geben. Nachdem wir die ersten beiden Flaschen geleert, die Musik aufgedreht und die Nachbarn zur Weißglut gebracht haben, war es dann soweit. Basti legte sein Hochzeitsvideo ein. An sich kein Problem, auch wenn man sich erst seit 53 Minuten kennt. Nach einer weiteren Flasche Prosecco und ein paar verzehrten Salamibemmen saßen wir also da, auf dem Boden und bewunderten wildfremde Menschen und deren Familie auf einem Bildschirm, wie sie den glücklichsten Tag ihres Lebens feierten. 35 Minuten, einige Gänsehautmomente und eine Millionen "oooohrs" und "oooochs" unsererseits später fühlte ich mich wie ein Groupi für Verliebte. Im Dirndl.

Experten sprechen vom bayrischen Butterfly Effect. Dein Leben entscheidet sich danach, an welchen der tausend Tische du dich setzt. Tanja und Basti haben sich vor drei Jahren auf dem Oktoberfest kennen und lieben gelernt. Alles Gute euch Beiden! Danke für einen Wiesnabend der etwas anderen, sagen wir romantischen Art.


PS. kleiner Locationtipp am Rande: ihr wollt in München brunchen gehen und die leckerste Tomatensuppe der Welt essen? Café Cotidiano // zauberhaft // süß // stilvoll // lecker
















Dienstag, 3. September 2013

LOVE. ACTUALLY. DON`T COST A THING.

                                                                                              what do you think?                                                                                    
Rückblick: Dezember. O du traurige Weihnachtszeit. Für die einen die romantischsten Tage im Jahr, für die anderen der Moment der Einsicht, es wieder mal nicht geschafft zu haben, zu zweit unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen, kitschige Geschenke auszupacken und gemeinsam mit dem Liebsten zum wiederholten Male Love actually in der Glotze anzuschauen. Was bleibt, ist der bittersüße Beigeschmack des Singledasein. Es beginnt das alljährliche Szenario; Backen mit den Freunden aka. den emotionalen Gleichgesinnten, mit denen man zusammen den Teig nur so in sich reinstopft bis die Grenze zur Übelkeit überschritten ist und die Übermenge an Zucker den verbliebenden Glückshormonen freien Lauf lässt, so dass es für einen Moment den Anschein macht, glücklich zu sein. Vollgefressen und völlig erschöpft vom großen Datingmarathon der letzten Monate kommt sie dann, ganz plötzlich und unverhofft: eine Eingebung. Eine hübsche Hoffnungsseifenblase erhebt sich direkt über tausenden von Singleköpfen. Im Frühling sind wir verliebt, im Sommer vergeben. 


Zurück in die Zukunft: August. Wer jetzt denkt, die Weihnachtszeit ist einsam und frustrierend, dem blüht im Sommer Schreckliches. Voller Zuversicht, sich die überschwänglichen Frühlingsgefühle zunutze zu machen, ist die Zeit zwischen Mai und September deprimierender als sämtliche Adventsabende zusammen. Sommerlicher Zwischenreport: Immer noch Single. Nur eine Sache hat sich lediglich geändert. Verzehrt werden in dieser Periode des Jahres nicht mehr Plätzchen und Glühwein, sondern Bratwurst und Bier. Cheers mate. Doch so tragisch es im ersten Augenblick erscheinen mag, die kleinen und großen Hürden selbst zu überwinden, frühs allein aufzuwachen und statt des romatischen Restaurantbesuchs sich mit der besten Freundin an der Theke einen zu kippen; in vielen Situationen wird immer mehr klar; ein Leben ohne die manchmal mehr oder weniger bessere Hälfte bringt ebenso reizende Vorteile mit sich. Nicht verliebt in den Sommer und das Leben ist eine große Party. Es geht um Sommergeschichten, die dieses Leben schreiben, Aktionen, die unsere Narben zeichnen, Unterhaltungen, die Freundschaften prägen. Allein sein, frei sein, dabei sein. Nach diesem Sommer stellt sich grundsätzlich nur noch die eine Frage? Was is wohl das größere Übel, die nicht abklingen wollende Mückenplage oder den überall um uns herum verliebten Pärchen zuzusehen? Ich sage dazu nur so viel: Ich liebe die Sonne. Denn diese ist besonders gelb.

Donnerstag, 30. Mai 2013

I will follow. Eine Reviewgeschichte.


Der 30. Juni 2012. Ein warmer Sommertag geht langsam dem Ende entgegen. Obwohl die Abendstunden bereits angebrochen sind und sich die Sonne so ganz langsam verabschiedet, fühlen sich die 23 Grad auf der Haut an, als könne man die ganze Nacht in Flip Flops und Sommerkleid verbringen. Der Himmel ist wolkenlos. Das Einzige, was in der Luft liegt, ist die Vorfreude auf mein erstes Clueso Konzert. Die Menschen um mich herum sind gut gelaunt und spazieren in ihren  Sommeroutfits von Stand zu Stand, in der Hand ein kühles Bier. Die Kulisse für solch einen Openair Gig könnte schöner nicht sein. Hinter der riesigen Bühne, auf der gestern bereits Xavier Naidoo sein goldenes Stimmchen präsentiert hat, erscheint das berühmte Leipziger Völkerschlachtsdenkmal. Um das Denkmal herum füllen sich die Wiesenhänge mit Menschen, welche ihre Decken ausbreiten, um sich für ein entspanntes Picknick inklusive akustischem Schmankerl vorzubereiten. 

Soviel zum Szenarium. Dies muss so detailiert verbildlicht werden, um sich den Moment vorstellen zu können, in dem ich den dänischen Singer Songwriter das erste Mal gesehen, gehört und ja, vor allem bewundert habe. Das Privileg, als Vorband von Clueso spielen zu dürfen, bedeutet nicht nur von einem großartigen deutschen Künstler ausgewählt und mit ihm auf Tour gehen zu dürfen, es bedeutet auch, tausende von Menschen, die höchstwahrscheinlich noch nie was von dem Fremden auf der Bühne gehört haben, überzeugen zu müssen.

So stehen wir also da, inmitten einer riesigen Masse von Menschen, die erzählen, lachen und trinken. Es herrscht eine allgemeine Unruhe, wie es eben so ist, wenn 5000 Leute auf etwas warten. Irgendwie schon fast etwas ungeduldig, bekomme ich gar nicht mit, dass sich etwas auf der Bühne tut und sich die Vorband augenscheinlich ans Werk macht. Während diese sich vorstellt und der Frontmann irgendwas ins Mikro brummelt, scheint das nicht wirklich viele zu interessieren. Obwohl ich ein großer Fan von neuen musikalischen Inspirationen bin, muss ich mich an dieser Stelle zu dieser etwas unhöflichen Attitüde dazuzählen. 

Die ersten Gitarrenklänge. Leise Drums. Eine Stimme, die mir sofort am ganzen Körper Gänsehaut bereitet, erklingt über die Boxen in die Menge hinaus. Ich starre fokussiert auf die Bühne und bemerke, dass es mir nicht allein so geht. Alle Leute um mich herum sind schlagartig still und lauschen diesem außergewöhnlichen Gesang. Meine Damen und Herren: Sebastian Lind.

Dass Clueso an diesem Abend auch ein Kracher war, brauche ich wahrscheinlich nicht zu erwähnen. Aber ein fremdes Publikum so in den Bann zu ziehen, wie es Sebastian Lind an jenem Abend getan hat, ist eine Seltenheit. Was geblieben ist, war das dringende Bedürfnis, wochen-, nein monatelang immer und überall Songs von dem dänischen Singer - Songwriter zu hören. (An diesem Tag enstand auch der ausgeklügelte Plan, wenn es mit 30 immer noch nicht mit den Männern geklappt hat, nach Skandinavien auszwandern und sich an der überdurchschnittlichen Schönheitsquote der männlichen Geschöpfe zu erfreuen)


There we are. Fast ein Jahr später bin ich immer noch von Stimme und Songs besessen, höre das Debütalbum "I will follow" hoch und runter und warte ungeduldig auf den August und das neu erscheinende musikalische Prachtstück  "Messed it up happy kid", von dessen Liedern wir uns beim Konzert in Leipzig einen ersten Eindruck machen konnten. 

Sebastian Lind, der Däne mit dem Anspruch, die Welt zu verbessern. Wie wichtig ihm dieses Projekt ist und vorallem wie wichtig ihm all seine selbstgeschriebenen Texte sind, merkt man daran, mit welch einer Leidenschaft er diese performt. Zwei Stunden Konzert und der sympathische blonde Textphilosoph mit dem entzückenden dänischen Akzent freut sich während der gesamten Show ein Loch in den Bauch, welches das Publikum, besonders die Damen in der ersten Reihe sichtlich ansteckt. Ich habe schon viele Konzerte gesehen, schon viele Künstler gehört und noch nie jemanden gesehen, der so glücklich darüber ist, auf einer kleinen Bühne zu stehen, zu performen und sein Herz dem Publikum schenken zu dürfen. Mange Tak!


photo by Aske Rif Torbensen
Sein Motto: Do it yourself. Von der Videoproduktion bishin zur Artwork, der Singer Songwriter mit der Goldkehle und dem Sinn für herzerwärmende Melodien macht alles von Anfang bis Ende selbst. Der Dank, eine gefüllte Halle in einem fremden Land und Mädels, die jedes Lied auswendig mitsingen können. Die wohl beste Bezahlung.

 I Will Follow ist ein Album mit so vielen wunderbaren melancholischen Songs. Die Kombi aus Gitarrenklängen und elektronischen Beats lässt die ganze Geschichte dabei nicht all zu schnulzig werden. Von Kitsch kann keine Rede sein. Durch die ruhigen Liebeslieder, die nicht wirklich welche sind, da es sich bei den Songs eher um Geschichten voller Symbole und Botschaften handelt, wirkt das ganze Album rund um authentisch und beruhigend. So what are you waiting for?


Never let go.



Choose Love.



Fake.

Dienstag, 14. Mai 2013

MAikinder.


Auch wenn keiner der unten abgelichteten Damen wirklich im Mai geboren ist, haben sich doch alle
die letzten Wochen wie glückliche Maikinder gefühlt. Ausgeglichen und voller Vorfreude, auch außerhalb des Social Networks miteinander kommunizieren und wichtigen Mädchenkram Vis a vis austauschen zu können, ging die Reise zunächst für mich nach Kassel und führte für Zwei der Girls wenig später zurück in mein liebgewonnenes sächsisches Schmuckstück. Hoch erfreut, die alten Gesichter in den bunten Lichtern der Nacht wiederzusehen, gemeinsam 1,2,3 Schäpsken zu zischen, im Klang der Musik Karussell zu fahren, wurde euphorisch INDIE Mai getanzt. In den folgenden Tagen haben wir sämtliche Vorsätze über Bord geworfen und den Mensch Mensch sein lassen. Was soviel bedeutet wie, viel ungesundes Zeug essen, den ein oder anderen Rausch ausschlafen und sich in unregelmäßigen Abständen die Seele aus dem Leib kotzen. Und diese endlosen Versprechen, nie wieder Alkohol zu trinken, lösen sich spätetstens am nächsten Abend gegen 20 Uhr in Luft auf, wenn es zur Penne quatro formaggi vom Pizzamann höchstpersönlich ein lecker Weinchen aufs Haus gibt. Nein, ganz ehrlich, ab nächste Woche machen wir dann auch wieder Sport!

Whatever. Wir sind die Mittezwanziger und haben demnach das Privileg, genau jene Dinge zu tun, ohne jemanden Rechenschaft ablegen oder Verantwortung übernehmen zu müsssen. Außer für sich selbst. So take this liver!  Die Höhner haben da schon ganz recht. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Die 3 vor der 0 kommt in viel zu großen Schritten auf uns zu. Was macht man also als mittezwanzigjähriges Mädchen am liebsten? Shoppen. Kaffee trinken. Luftschlösser bauen. Rangeln. In Pfützen springen. Tanzen. Auf Konzerte gehen. Dänische Drummer anhimmeln. Über das Leben philosophieren. Pläne schmieden, nach Skandinavien auszuwandern. Nebenbei noch jobben, studieren und sich irgendwelchen Kram merken, der später dafür sorgen soll, sich alle Wünsche erfüllen zu können, wenn man dann irgendwann mal groß ist. Wir werden wohl noch träumen dürfen, auf den Boden der Tatsache kommen wir noch schnell genug zurück.

Anyway, Girls, ihr wollt ein Liebeslied, ihr kriegt ein Liebeslied. Ihr Freundinnen da draußen im Osten, Süden, Norden und Westen, piep piep piep, ik hab dir lieb.

P.S. Maikätzchen Amie bestätigt die britsiche Studie allerdings durch und durch. Ein Strahlekind, wie es im (Wissenschafts) Buche steht.

P.P.S. Leute, geht zum Sebastian Lind Konzert. Ein dänisch musikalischer Schmankerl, den man gehört und erlebt haben muss. Daumen hoch. Zum neuen Album später mehr.





 

     










Montag, 8. April 2013

Im kulinarischen Kit(t)chen










Banane trifft Mixer. Erbitterte Müdigkeit trifft stark koffeinhaltiges Getränk. Nutella trifft Pancake. Einsame Seele trifft mitfühlenden Gesprächspartner. Spielfreudiges Kind trifft Jenga Turm. Flyer trifft Geschirrspüler. Heißhungerattacke trifft kalte Pizza. Einschleichendes Katergefühl trifft Magnesium. Leerer Geldbeutel trifft Pfandflaschen. Zuckermangel trifft Schokolade. Nachtdurchzechende Gestalt trifft Frühaufsteher. Schnaps trifft Eierbecher. Buchstabensuppe trifft Glutamatabhängigkeit. Ein Blick in den Kühlschrank trifft gähnende Leere. Vintage Flohmarktschnäppchen trifft Stilbruch. Feierwütiges Volk trifft Lokalität zum tanzen. Riesiger Pott trifft Kaffeejunkie. Schlafgast trifft Sofa. Kochaffinität trifft hungrige Mäuler. Kulinarischer Liebhaber trifft Alptraum. Geschichten, die das Leben, pardon die WG Küche schreibt.


Freitag, 29. März 2013

STORIES ABOUT Shades of Grey









Softporno. Liebesroman. Wie man es auch nennen mag, der Weltbestseller Fifty Shades of Grey ist von den weiblichen Nachttischen nicht mehr wegzudenken. Zugegebenermaßen, die Geschichte polarisiert. Der unverschämt gutaussehende Unternehmer Christian Grey, (selbst die Autorin bekommt gar nicht genug davon, dieses bedeutende Detail aber und abermals zu betonen) verfällt wie so oft dem unauffälligen, tollpatschigen Mädchen von nebenan. Ganz beiläufig sei erwähnt, der mittezwanziger Schönling ist zudem stinkreich, sexsüchtig und vergnügt sich des Öfteren ganz gern in seiner mit Liebe eingerichteten Kammer der Qualen. Peitschen und Fesseln ahoi! Soweit so gut. Die Geschichte von der neumodischen Aschenputtelabsolventin und dem millionenschweren Prinzen, für einige nichts weiter als die übliche nichtssagende, fiktionale Mädchenparodie. Am Ende doch bloß frustrierend, denn wo bitteschön versteckt sich dieser sogenannte Traummann im realen Leben? Ganz unabhängig von der klitze kleinen Tatsache, die eigene Freundin als Sklavin halten und bestrafen zu wollen. Für die Anderen, den Träumerinnen unter uns, (die meisten davon sind zufällig Single) ist genau diese Story ein kleiner literarischer Hoffnungsschimmer. Denn irgendwo muss es ihn geben, das attraktive Arschloch, selbstbewusst und arrogant, dessen Schale nur darauf wartet, geknackt zu werden. Darunter versteckt, ein liebenswürdiger, zerbrechlicher Kern, nur darauf bedacht, sein Mädchen zu beschützen und zu lieben. Ein herzerwärmender Gedanke.
 

Um erhlich zu sein, weiß ich nicht recht, auf welche Seite ich mich schlagen soll. Sein wir realistisch, die Chance, sich den sexiest and richest man alive mit den äußerst vorteilhaften Fähigkeiten eines perfekten Liebhabers zu schnappen - wohl eher unwahrscheinlich. Was aber spricht dagegen, sich an der Geschichte zu erfreuen und kurz in eine Welt zu fliehen, in denen es die große Liebe, wenn auch mit masochistischen Hindernissen, doch noch gibt?


Abgesehen von dieser kleinen Unstimmigkeit kann man sich zumindest in einer Sache sicher sein: In allen drei Bänden wird gevögelt was das Zeug hält. Wo es an der einen oder anderen Stelle zu einigen stilistischen Engpässen kommnt, was den variierenden Wortschatz angeht, hat die Autorin anderweitig durch sehr detailgetreue Szenenbeschreibungen ganze Arbeit geleistet. So kommt die erotische Triologie so manchen einsamen Herz ganz gelegen, das eigene Liebesleben emotional zu kompensieren und sich obendrauf noch praktische Tipps für den Eigengebrauch abzugucken. Es ist also nicht mehr notwendig, sich Bücher mit peinlichen Sextititeln und theoretischen Anweisungen zu kaufen und an der Kasse rot anzulaufen. Shades of Grey kann beides, Romantische Story mit Lerneffekt.  Erfolgsgeheinmnis gelüftet, Mrs. James.

Meine Lieben, kommen wir allerdings zum wichtigsten Punkt des ersten kleinen STORIES ABOUT Schwanks. Wurde in der Vergangenheit ein von mir gelesenes Buch verfilmt, kann ich getrost behaupten, war es mir scheißegal, wer die Rollen spielte. Diesmal ist es anders. Ich fieber regelrecht darauf hin, dass die Figuren von Shades of Grey endlich besetzt werden. Seit Wochen verfolge ich in den Medien die Auswahl der Casts, führe Diskussionen mit Feunden, ja sogar mit Fremden, wer nun, vor allem, die männliche Rolle des Christian Grey spielen soll. Ohne je eine Auswahl vorher gesehen zu haben, kam für mich zunächst nur einer in Frage, welcher solch einen perversen Freak spielen könnte: Robert Pattinson. Abgesagt! Wie bitte? 


Da wären wir also. Beim Frühstück, beim Shoppen, im Fitnessstudio, im Vapiano, im Club, in der Bibliothek; es wurde spekuliert und semiprofessionell boulevardtauglich philosophiert. Wer wird das Gesicht in der Verfilmung von Shades of Grey? Nun war ich also gestern gerade kräftig am Steppen, lese dabei die Grazia, um die bereits schmerzhaften Anflüge von Seitenstechen durch die neusten Klatsch und Tratsch Stories zu ignorieren, da steht es geschrieben. Ich rufe sofort meine Mitbewohnerin an und schreie laut ins Telefon. Sie schreit vor Freude zurück. Kinder, ich komm mir vor wie ein pupertierender Teenie, aber es ist nun mal Thema Nr.1 im Hause Borramie.


Wer laut Grazia die aktuelle Traumbesetzung in der Tasche und somit ganz Hollywood hinter sich gelassen hat, wäre für mich mit Abstand das bestaussehenste Sahnehäubchen auf der Pornotorte. Wer diese essentielle Information jedoch noch nicht wissen möchte, sollte jetzt die Äuglein schließen. Denn nächstes Jahr sollen sich auf den Kinoleinwänden peitschen, schlagen, bestrafen und lieben dürfen:Ryan Gosling und Emma Watson. Ein erotischer Traum in Grau.

Photo by Vincent Peters

 




Freitag, 8. März 2013

Wenn jetzt Sommer wär...



Den Roller schnappen ° Die Sonnenbrille auf ° Die Nase in den Wind halten ° Den Picknickkorb vollgepackt ° Flip Flops an ° Warme Sommerbrise ° Vitamin D ° Musik in den Ohren°

Erinnerungen an einen gefühlt ewig zurückliegenden Sommer. Was bleibt, ist lediglich die Vorfreude auf die ach - wie - wär - es - schön - wenn - du - bitte - endlich - aus - dem - Knick - kommen - würdest - warme Jahreszeit und der Apell an unsere Geduld, diese winterliche Warteschleife zu überstehen. Zum erheiternden Zeitvertreib können wir uns bis dahin ausmalen, was man mit Sonne und Temperaturen über dem Gefrierpunkt hätte allesanfangen können. An dieser Stelle ist das Hauptaugenmerk auf den Konjunktiv zu legen, da seit dem Klimawandel selbst die Meteorologen regelmäßig in den meteorologischen Wahnsinn getrieben werden. Alles kann, nichts muss. Mein Trip in die Karibik hat mich jedenfalls eines gelehrt: Vergiss niemals deine Carharrt Mütze! Auch wenn die Prophezeiung besagt, es könne, würde, solle tropisch warm werden. Die sonnenverwöhnten Cubaner waren ebenso geschockt als das Thermometer eine Rekordkälte von zehn Grad anzeigte. Prompt packten sie sich in ihre dickste Winterkluft und wünschten sich nichts Sehnlicheres als ihren geliebten Sommer zurück.

Um es mit den Worten von Pohlmann zu sagen: "Wenn jetzt Sommer wär, dann wird ich ab ans Meer. Vom Dreier springen und nachts auf der Straße Jack Johnson singen." Ganz meine Devise, Herr Pohlmann! Leider heißt es bis dahin abwarten, weiter heißen Tee trinken und die graue winterliche Suppe auszulöffeln . 

                                                          
                                                                   keep warm // drink tea


                     
                                                                        Don`t forget: // Carhartt